STELLAROWSKI
LAUSCHA // Fotografie, Malerei, Skulptur, Installation, Performance
ANGELIKA FORNAÇON
ERFURT // Brückenbauingenieurin, Die Autobahn GmbH des Bundes

Kontrastierende Lebensentwürfe schaffen VERBINDUNG
- Angelika Fornaçon – aus der rationalen Logik von Mathematik und Bau-Informatik kommend, schafft harmonische Felder, um mit Schwarmintelligenz große Teams zum gemeinsamen Projektziel zu führen.
- Stellarowski – Bildende Kunst und Handwerk vereinend, bringt als Individuum durch kreative Vielfalt berührende und unbequeme Themen ins Bewusstsein um Schwarmintelligenz zu sensibilisieren und wachzurufen.
VERBINDUNG als soziales Bedürfnis
- durch KUNST (kann Denken anregen, tiefer berühren, zum Dialog anregen – vom Künstler oft durch außenstehende Beobachterposition intensiviert)
- durch BRÜCKEN (Symbolkraft, menschliche Schwarmintelligenz und harmonische und wertschätzende Atmosphäre als Basis für Gelingen von Großprojekten)
- durch Dialog – wir Menschen sind zur Kommunikation geboren
PARADOXIEN aufgedeckt durch KUNST & DIALOG
- Wir leben in einer Gesellschaft, die durch enormen Leistungsdruck ein zu viel erzeugt, was wir nicht brauchen, uns oft überfordert. Das wiederum erzeugt Kompensationsdruck – oft in Form von Süchten und Störungen – mit selbstschädigenden und gesellschaftlichen Folgen.
- Statt ressourcenschonende nachhaltige Langlebigkeit anzusteuern, erzeugen von KONKURRENZ getriebene Prozesse strukturelle Kurzlebigkeit = betrügerische Sollbruchstellen = Obsoleszenz = Symbolik für Missbrauch = oft legalisierte Problemerzeugung, um anschließend quellengleich Lösungen profitabel zu vermarkten.
- Zunehmende EXTREME verstärken Ungleichgewichte. Somit werden Chancengleichheit und gesellschaftliche Ausgewogenheit boykottiert.
Fazit:
SCHWARMINTELLIGENZ entsteht, wenn unterschiedliche Kräfte sich nicht bekämpfen, sondern VERBINDEN und dadurch gemeinsame Tragfähigkeit entsteht.
Stellarowski
An einem frostigen Januarnachmittag besuche ich Stellarowski in seiner Kunstscheune in Lauscha und tauche in seine Welt der Glaskunst ein.
Zwei Werke treten in den Mittelpunkt der Begegnung:
Konfrontation und
Obsoleszente Rettung, zwei Stimmen eines künstlerischen Dialogs, der weit über das Ästhetische hinausgeht.
Konfrontation berührt mich unmittelbar:
Das Leichte, Schwebende, Zerbrechliche trifft auf das Bodenständige,
Dauerhafte. Diese Verbindung wirkt wie ein Sinnbild für das fragile
Gleichgewicht unserer Gegenwart, in der Zerbrechlichkeit und Stabilität
untrennbar miteinander verwoben sind.
Die Obsoleszente Rettung hingegen verweigert jede Sanftheit. Sie ist kantig, unbequem, ein Spiegel gesellschaftlicher Erschöpfung. Stellarowski zeigt einen Rettungsring, der bereits seine Sollbruchstelle trägt – ein Sinnbild für Systeme, die Rettung versprechen, aber Zerfall produzieren. Sucht, Egoismus, soziale Verwerfungen: Die Themen sind schwer, doch das Werk zwingt nicht zur Kapitulation, sondern zur Auseinandersetzung. Kunst, die sich politisch positioniert, muss nicht gefallen – sie muss wirken. Und genau das tut der Rettungsring:
Er irritiert, er fordert heraus, er öffnet Räume für Debatte.
Insgesamt eine bereichernde Begegnung, die nachwirkt.
Angelika Fornaçon




