JOHANNES GRÄBNER
ERFURT // Malerei
DR. ROLF LUHN
MÜHLHAUSEN // Geschäftsführer ART-regio Kunstförderung i.R.
Unser BLIND DATE war zugleich ein FIRST DATE, also wirklich unsere erste Begegnung. Und trotzdem fehlte das sonst übliche Abtasten, die vorsichtige Suche nach Spuren von Kongruenzen im Denken und nach einer gemeinsamen Sprache für kreativen Diskurs. Ja, wie waren sehr rasch im intensiven Gespräch, begleitet von der Präsenz älterer und neuerer Arbeiten, die, wie in Ateliers üblich, eher ungeordnet in diesem Raum für eine besondere Atmosphäre sorgten. Aber die Bilder selbst rückten schon nach kurzer Zeit in den Fokus unseres Austauschs. Nachvollziehbar, ging es doch im Kern um die Substanz künstlerischer Äußerung, um die schwierige Suche nach geeigneten Motiven, das Spektrum stilistischer Positionierung, um Techniken und eingesetzte Materialien. Immer wieder führte uns das Gespräch aber auch wieder weg von den Bildern hin zu Fragen der Kunstvermittlung und Kunstförderung, zur ästhetischen Bildung und zur Relevanz des gesellschaftlichen Diskurses über Kunst. Wir mussten uns nicht wechselseitig versichern, dass Kunstschaffen und Kunstrezeption gleichermaßen Sensibilitäten verlangen, die in einer Gesellschaft verloren zu gehen drohen, die immer mehr von Oberflächlichem bestimmt scheint und der ein ethischer Grundkonsens erkennbar abhandenkommt. Und wir waren uns nach zwei intensiven Stunden einig, dass Johannes Gräbners so verletzlicher PALE BLUE DOT aus Bitumen, Kohle und blauem Pigment auf Jute mit seiner imaginativen Kraft genau die richtige Wahl für diese Ausstellung ist.
Rolf Horst Luhn
und Johannes Gräbner
