SARAH SPITZER
WEIMAR // Fotografie, Grafik, Installation, Video
STEFAN LOBENSTEIN
ERFURT // Konditormeister, Präsident der Handwerkskammer Erfurt
Unser erstes Date war schnell gemacht und von Leichtigkeit getragen. Einerseits, der Projektidee geschuldet, wie eine Reise ins Ungewisse, vielleicht ein Abenteuer, andererseits kaum mehr Risiko als bei jeder Begegnung mit Kunst. Impulse, Inspiration, Dialog...
Muss sich ein Kunstwerk leicht und unmissverständlich selbst erklären?
Ist ein Eigenleben, oder wieviel, aushaltbar oder sogar gewünscht?
Wieviel Aufmerksamkeit (Provokation vs. Sinnlichkeit) muss erzeugt werden um eine gewünschte Wirkung zu erreichen, um Kunst sichtbar, wahrnehmbar zu machen?
Bedarf es einer Regulatorik, wenn Kunst nach unserem Grundgesetz Artikel 5 (3) besonders schützenswert ist, für Projekte jenseits des Kunstmarktes?
Ist Kunst überhaupt existenziell notwendig?
Wo sind die Grenzen von Natur und Kultur?
Gelingt uns die Bewahrung der Schöpfung?
Sind wir Menschen mehr Leidenschaft getrieben oder Vernunft begabt?
Sind wir durch Kunst rettbar?
Mehr Fragen als Antworten... was bleibt:
Die Lust darauf sich aufeinander einzulassen, zuzuhören, nach Bestätigung und möglicherweise gleichen Zielen zu suchen.
Die Lust auf ein Leben mit Kunst und auf Kunst voller Leben.
Wir bleiben dran!
Stefan Lobenstein
Was ist das Bewahrenswerte an der Kunst? Was treibt uns an? Wie kann Kunst zugänglich gemacht werden? Wie offen darf und muss ein Kunstwerk sein? Und wie wichtig ist die/der Künstler/in und ihre/seine eigene Idee? – Fragen, die während unseres ersten Kennenlernens Raum zur gemeinsamen Diskussion boten.
Kunst ist ein wichtiges Kulturgut, welches nicht nur zur Ästhetisierung beitragen kann und persönlicher Ausdruck des Künstlers/der Künstlerin ist, sondern vor allem das Potential trägt, neue, ungewohnte Sichtweisen auf Themen des alltäglichen Lebens zu eröffnen und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen.
Entscheidet hierfür ist die erste Begegnung mit einem Kunstwerk. Ob eine sinnliche Empfindung, eigene Erinnerung, ein persönliches Interesse oder eine Identifikation bis hin zu einer Irritation oder einem Schockmoment – etwas muss bei der Rezeption ausgelöst werden.
Eine der wichtigsten Aufgaben der Kunstschaffenden ist es daher, Spielräume zum persönlichen Anknüpfen über eine Offenheit des Werkes zu ermöglichen, die auch die Grenzen der ursprünglichen Idee erweitern kann.
Kunst ist daher mehr als nur das schöne Bild an der Wand. Es geht darum, zum bewussten Wahrnehmen und Erkunden anzuregen, um Prozesse der Reflexion wie auch Aktion zu initiieren.
Sarah Spitzer




