STEFAN BÖHM

KRANICHFELD // Bildhauerei, Grafik


SIMONE FUCHS

WEIMAR // Assistentin der Geschäftsleitung, IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH



Der Besuch im Atelier von Stefan Böhm, war eine eindrucksvolle Erfahrung, ein inspirierendes Erlebnis, eine belebende Gefühligkeit. Seine Offenheit, Begeisterung und Liebe zum Detail haben mich sehr beeindruckt.

 

Zwischen Werkzeugen, Skizzen und halbfertigen Arbeiten sowie sorgfältig aufgestellten Skulpturen öffnet sich ein Raum, in dem das Material zu atmen scheint. Hier entsteht Kunst mit Substanz – sichtbar wird der Dialog zwischen Hand, Stein und der Idee.

Die Atmosphäre ist geprägt von konzentrierter Ruhe und gleichzeitig von kreativer Energie. Jede Skulptur erzählt eine Geschichte, jede Oberfläche trägt Spuren der Arbeit, jeder Handgriff ist ein Ausdruck innerer Präzision und Leidenschaft. Stefan Böhm versteht es, dem Material eine Seele einzuhauchen.

 

Beim Rundgang durch das Atelier wird deutlich, dass es nicht allein um Formgebung geht, sondern um das Sichtbarmachen des Unsichtbaren: eine bildnerische Auseinandersetzung mit Gewicht und Leichtigkeit, mit dem Verhältnis von Raum und Körper.

 

Der Besuch hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck von sinnlicher Geborgenheit und einer schöpferischen Kraft begegnet zu sein, die sich zwischen handwerklicher Disziplin und künstlerischer Freiheit entfaltet.

 

Skulptur „Aeon“, 2025

Material: Knotenkalk/Thüringen

Größe: L/B/H 36/25/40 cm

Stefan Böhm – Bildhauer

 

Die Steinskulptur ist kein Objekt der Stunde. Sie widersetzt sich der Eile. Jeder Schlag des Werkzeugs ist eine Entscheidung, unwiderruflich, endgültig, wie ein Gedanke, der sich manifestiert und sich im Stein einschreibt.

Vielleicht ist das der eigentliche Äon, die Kunst: nicht das Überdauern allein, sondern die Fähigkeit, Zeit in Präsenz zu verwandeln.


Der Stein schweigt. Und gerade darin spricht er.

 

Simone Fuchs