WOLFGANG SOBOL

STEINBACH-HALLENBERG // Malerei


JULIANE GÜTTLER

ERFURT // Geschäftsführerin, Erfurter Herbstlese e.V. im Kultur: Haus Dacheröden



Juliane Güttler, Geschäftsführerin vom Kultur: Haus Dacheröden, traf im Rahmen des Projekts Wolfgang Sobol in seinem Atelier in Altersbach. Untergebracht in einem alten Schulgebäude, beschreibt er sein Leben dort selbst als eine Art Eremiten-Dasein.

 

Begleitet von dem Gemälde „Landschaft am Rande eines Universums“ entwickelte sich aus dem anfänglichen Termin ein vertraulicher, nachmittäglicher Austausch – ein Gespräch, das entschleunigte und weiter reichte als erwartet. Im Mittelpunkt stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen: der Versuch, Zugang zur Gedankenwelt des Anderen zu finden. Aus den Erfahrungen zweier sehr unterschiedlicher Lebenswege heraus wurden Sichtweisen auf Kunst im weiteren und engeren Sinn geteilt – von Stationen in der DDR und einer Zeit als Hammerwerfer bis hin zu jenem Satz, der manchmal alles verändert: „Du bist doch eigentlich Künstler.“

 

Besonders nachhallend war die unmittelbare Nähe zu den Arbeiten im Atelier und die Geschichte hinter dem Bild: Der Ausgangspunkt ist ein alter Birnbaum auf dem Grundstück – ein konkreter, stiller Anlass, aus dem ein ganzer Kosmos wachsen kann. Denn jedes Kunstwerk trägt, wie Sobol es beschreibt, einen in der Geschichte des Objekts liegenden Kosmos in sich: Für Betrachtende bleibt er zunächst im Unbekannten und kann sich als Mysterium offenbaren – gerade darin liegt sein Wesen.

 

Aus dem ersten Treffen blieb beidseitige Sympathie, vor allem aber der Eindruck, dass künstlerische Intentionen hier auf eine Weise zugänglich werden, die ohne Schwellenangst auskommt: persönlich, nahbar, im echten Gegenüber. Die Gemeinsamkeiten der individuellen Realität fanden sich in Sobols Atelier-Landschaft wieder – in seinem „Bilder-Baum-Wald“ – und in der Erfahrung, wie wertvoll dieser ehrliche Blick auf Welt und Natur ist. Das Projekt schafft damit Räume, in denen Kunst nicht nur gezeigt, sondern wirklich begegnet wird. Und genau das bleibt.


Juliane Güttler

und Wolfgang Sobol