GABRIELE JUST
HILDBURGHAUSEN // Malerei, Grafik
DR. LUISE NERLICH
WEIMAR // Architektin, Dozentin an der Bauhaus-Universität Weimar, Vorstandsmitglied Architektenkammer Thüringen

Hier ein Eindruck unseres 1. Treffens in Weimar:
„Die Kunst, das ist meine Sache!
Aber das Vermitteln von Kunst, das Vermitteln von Gestaltung und von Techniken, das gebe ich gern in die Gesellschaft!
Denn das macht mündige Kritiker! Meine Schüler und Schülerinnen werden so selber zu Persönlichkeiten.
Meine Kurse sind Gemeinschaft, denn trotz unterschiedlicher Ausbildung, unterschiedlicher Altersgruppen und unterschiedlicher Herkunft arbeiten alle hier zusammen.“
sagen beide BLIND-DATE-Partnerinnen.
Gabriele Just gibt Zeichenkurse an der Volkshochschule Hildburghausen und Luise Nerlich vermittelt das Zeichnen und Sehen an der Weimarer Mal- und Zeichenschule.
Im Februar werden sich die beiden wieder treffen und erfahren, welche Rolle die Musik in Ihrer Arbeit spielt. Klang verbindet die beiden miteinander und ein Gespräch vor den Werken von Gabriele Just im Schloss von Eisfeld bei Schleusingen wird zeigen, welchen Einfluss die Musik auf die Grafik, das Gleichgewicht der Proportionen und das Zusammenwirken der Farben bei ihr und in der wissenschaftlichen Arbeit von Luise Nerlich hat.
Das Foto hat Peter Heckwolf gemacht.
2. Treffen in Eisfeld
Am Freitag, dem 13.02.2026 besuchte Luise Nerlich mit Gabriele Just deren derzeitige Ausstellung „Dreiklang“ im Schloss Eisfeld. Eisfeld ist eine Thüringische Kleinstadt am Rande des Thüringer Waldes mit 7500 Einwohnern. Sie liegt an der Porzellanstraße und ist 15 km von Hildburghausen entfernt.
Luise Nerlich zeigte sich beeindruckt von der Schlossanlage, die oberhalb des Marktes über der Stadt thront. Im Turm befinden sich auf der 2. Etage vier Räume, wo derzeit 50 Holzschnitte und Linolschnitte aus den Jahren 2024 und 2025 hängen. Das Augenmerk galt besonders den Bezügen zur Musik in den zum Teil farbigen, zum Teil schwarz-weißen Drucken. Gabriele Just erklärte die komplexe Technik des Farbholzschnitts mit dem Übereinanderdrucken verschiedener Farbschichten.
Was für eine Kraft in diesen Arbeiten steckt! Ebenso das Finden der Themenkomplexe, die teilweise aus musikalischen Vorbildern herrühren, haben die beiden ausführlich besprochen. Im Schloss Eisfeld sind zum Beispiel Werke zu sehen, die von der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach und dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn inspiriert sind. Auch ein Blatt über J.S. Bach mit der Orgel aus der Thomaskirche sowie eine Orgel mit Zimbelstern und einem Gedicht belegen die Auseinandersetzung mit musikalischen Einflüssen der Grafikerin, die selbst in einem Orchester Violine spielt. Luise Nerlich hat vor zehn Jahren an der Bauhaus-Universität Weimar promoviert zur Wechselwirkung von Architektur und Musik. So war es naheliegend, dass sich die Künstlerin und ihr Gast über die unterschiedliche Herangehensweise austauschten und darüber, welchen Einfluss die Musik im Werk einer Architektin und einer Grafikerin hat. Für beide Blind-Date-Partnerinnen war das Treffen sehr anregend und mit neuen Anregungen verbunden.
Bei einem Kaffee und der Rückfahrt nach Suhl, von wo aus die Heimreise von Luise Nerlich per Bahn erfolgte, gab es reichlich Gesprächsstoff und ein gemeinsames Foto vor dem Panorama von Eisfeld mit Schloss.
Beide Blind-Date-Partnerinnen sind dankbar, an diesem Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen teilnehmen zu dürfen und sich so kennengelernt zu haben.
