GUNTHER LERZ
ERFURT // Malerei, Grafik, Objekte, Polaroid
JÜRGEN MEHLEM
ERFURT // Apotheker
Jürgen Mehlem: Für wen stellt dein Werk, deine Kreativität
einen Wert dar – für dich, für den Betrachter?
Gunther Lerz: Wenn wir konkret von diesem Gemälde
ausgehen, stellt es für mich einen individuellen Wert dar.
Wenn du mich fragst, welchen Wert es für DICH haben soll,
musst du das mit dir persönlich ausmachen.
Was hat der Betrachter von deiner Auseinandersetzung
mit dem Katastrophenszenario. Was glaubst
du, vermitteln zu können?
Die Welt wird für mich immer fragiler, ob im
politischen oder sozialen Sinne – auch sensibler, beispielweise
in ökologischen Fragen. Das Bild soll gedanklich anregen,
ohne einen Weltuntergang zu beschwören.
Dein Bild erzählt von Fragilität, umgesetzt
in Monumentalität, der Größe deines Formates. Die darin
enthaltene Symbolik lässt mir als Betrachter sehr viele
Möglichkeiten. Dadurch sind viele denkbare Ideen enthalten.
Hast du für dich Antworten darin oder stellst du damit
Fragen?
Ich stelle dar. Es gehört zu meiner Arbeit,
mich auseinanderzusetzen, auch um an meiner Arbeit
Spaß zu haben. Das Tun an sich als Prozess.
Gehst du konzeptionell vor oder hast du
zu Beginn ganz klare Ideen oder passiert viel im Prozess?
Jedes Werk beginnt mit einer klaren Idee
und entwickelt sich, mitunter nach Jahren mit neuen Ideen.
Mich fasziniert, wie unterschiedlich Menschen
sind. Die einen finden Tütensuppen innovativ, Du
interessierst dich für Bauten in der antiken und auch der
heutigen Welt. Wenn du von der Antike sprichst, von Idealen
einer früheren Zeit, was bedeutet das heute für dich?
Ich mag die wahnsinnige Harmonie, die
Symmetrie, die vollendeten Formen, die edlen Materialien,
die farbige Gestaltung, die eingebettete Symbolik. Diese
Faszination verarbeite ich in meinem Bildern, die Schönheit
und manchmal dessen Untergang.



