MACHT! KUNST! 2013/2014

50 Künstlerinnen und Künstler machten Kunst im Thüringer Landtag. Im Rahmen einer Ausstellung, die der Verband Bildender Künstler Thüringen e.V. (VBKTh) ausrichtete, sind sie der Aufforderung MACHT! KUNST! gefolgt, um hier der Wirkung und Funktion von Bildender Kunst nachzuspüren.

Zunächst verfestigte sich der Begriff des „Ruhenden Kapitals“ im Ausstellungskonzept. In fast jedem Atelier, in jedem Werk gibt es einen Bestand an nie verkauften Arbeiten – manchmal, weil sie, mit der Künstlerpersönlichkeit verschmolzen, zum Begleiter geworden sind, manchmal weil sie nie nachgefragt, fast vergessen wurden. Sie sind Produkte schöpferischen Tuns, aus dem Schaffen hervorgegangen und im Laufe der Zeit zum „Ruhenden Kapital“ geworden, von dem man nicht weiß, ob es noch einmal Zinsen bringen wird (oder soll?).

Allem voran aber stand für diese Ausstellung die doppelsinnige Aufforderung MACHT KUNST! Auf den ersten Blick ist sie vor allem eine Ermutigung, sich auch unter widrigen Bedingungen zu diesem Beruf zu bekennen. Aber MACHT KUNST ließe sich auch als Frage stellen: Was MACHT KUNST? Ist KUNST eine MACHT?

...Welchen Stellenwert hat die Wahrnehmung und Rezeption von Kunst in der Öffentlichkeit?...Was erwarte ich, was erwarten andere von Kunst?...Worin liegt für mich / für die Rezipienten der Wert von künstlerischer Arbeit?...Was unterscheidet künstlerisches Schaffen von anderen (Erwerbs-)Tätigkeiten?...Wo haben Künstler ihr Wirkungsfeld und ihren Wirkungsspielraum?...

Antworten auf diesen Fragenkatalog wurden in der Ausstellung in jeglicher künstlerischer Gestalt und Form und aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln gegeben. Einige der Künstlerinnen und Künstler interessierte vor allem der subjektive Aspekt, also die Funktion von Kunst für das eigene Leben und Arbeiten. Oft mit zweifelndem Blick, manchmal in zaghafter, manchmal in ironischer oder sarkastischer Reflektion, wird Kreativität dennoch als stetiger Impuls von existentieller Bedeutung geschildert. Die Mehrheit der Beiträge aber setzt eine Funktion der Kunst in der und für die Gesellschaft als unbestreitbare Tatsache voraus und stellt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Macht. Aus der öffentlichen Wirkmacht wird eine Verantwortung des schöpferischen Menschen abgeleitet, eine Verpflichtung, mit seinem besonderen gestalterischen Vermögen vielschichtige Sachverhalte, gesellschaftliche Phänomene und Zeitfragen bildlich erfahrbar zu machen und
zu veranschaulichen.

MACHT! KUNST! ist aber auch eine Aufforderung an das Publikum. Im Spektrum künstlerischer Methoden der Gegenwart spielt in vielen Ansätzen auch der Betrachter eine Rolle. Er wird einbezogen und seine Beteiligung als Bestandteil der Aktion ist Bedingung für die vollständige Umsetzung des künstlerischen Konzepts. Auch in dieser Ausstellung wird mehrfach das partizipative Verfahren gewählt und damit der
Ausstellungstitel im plastischsten Sinne wörtlich genommen. MACHT! KUNST!

(Auszug aus dem Vorwort der Kuratorin Dr. Angelika Steinmetz-Oppelland des zur Ausstellung erschienenen Kataloges)

Regina Aschenbach Karl Heinz Bastian Arnold Bauer Konstantin Bayer Axel Bertram Mario BieRende Hubertus Blase Marian Bodenstein Robert Böhmer (Rapak) Benedikt Braun Eva Bruszis Claudia Dükert Uta Feiler Claudia Fischer Jess Fuller Peter Genßler Cosima Göpfert Horst Gröschel Sebastian Hertrich Mia Hochrein Rolf Huber Rainer Jacob Birger Jesch Sebastian Jung Uwe Klos Karsten Kunert Marie-Luise Leonhardt-Feijen Gunther Lerz Thomas Lindner Walter Lipfert Martin Max Annekatrin Mehlan Michael Merkel Frank Meyer Frank Müller Klaus Nerlich Gisela Nerlich-Kunzendorff Mechthild Oehler Sibylle Reichel Beatrix Schmah Sven Schmidt Joachim B. Schulze Frank Steenbeck Andreas Taglinger Philipp Valenta Karien Vervoort Peter Weber Sebastian Weise Carsten Weitzmann Gudrun Wiesmann

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Impressum