DIESSEITS / JENSEITS III, 2020
Öl auf Leinwand
161 × 120 cm

RESET. Wenn nichts mehr geht: Auf Anfang zurücksetzen. Diesen Begriff aus der Elektronik sehe ich mehr als Frage: RESET? Setze ich alles auf Anfang? Kann man einen technischen Begriff auf menschliches Leben übertragen?

Im Zusammenhang mit der Coronapandemie ist schlagartig explizit von Todesfällen die Rede, und zwar nicht als Massenphänomen, sondern als viele individuelle Tode. Der Tod kommt plötzlich medial ins Haus, ist vielleicht sogar nebenan. Was sonst nicht genannt oder umschrieben wird, wird öffentlich – weltweit.

In die Lockdown-Zeit fiel auch Ostern, der Dreh- und Angelpunkt des christlichen Kirchenjahres, mit seinem Augenzeugenbericht „Das Grab ist leer“. DIESSEITS/JENSEITS III bezieht sich formal und inhaltlich auf die in der Kunstgeschichte immer wieder verwendeten Rechteck-form des offenen Grabes im Verhältnis 2:1. Sie begegnet uns besonders in der Kunst der Renaissance, frontal oder in räumlicher Verkürzung.

In meiner Arbeit bleibt unklar, was „hier“ und „dort“ ist. Farbflächen sind sowohl flächig als auch räumlich angelegt. Wo sind welche Räume? Reale Räume? Geistige Räume? In welchem Raum stehe ich? Lasse ich etwas hinter mir und schalte auf RESET?

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz