WUNDERBLUME 5, 9, 2020
Mischtechnik auf Papier
je 50 × 40 cm

Vor dreißig Jahren begann mit dem Ende der DDR und dem Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland für uns alle ein tiefgreifender Wandel. Für mich bedeutete das einerseits Freude und Staunen über die neuen Möglichkeiten und vielen Freiräume im Alltag. Andererseits stellten sich durch einen großen privaten Umbruch und die Sorge um meinen Arbeitsplatz schnell Existenzängste ein. Meine Unsicherheit und die drückende Ungewissheit vor der Zukunft verarbeitete ich in einer umfangreichen Serie mit dem Titel „Königin und Närrin“.

Einige Monate später stabilisierten sich meine Verhältnisse und ich war bereit für einen Neuanfang. Farbe eroberte meine Bilder. Das Experimentieren mit unterschiedlichsten Techniken und deren Verbindung miteinander wurde zu meinem Gestaltungselement.

Gegenwärtig erlebe ich erneut eine Situation der Angst. Diesmal um die eigene und allgemeine Gesundheit unserer Gesellschaft. So habe ich meine Arbeiten von damals hervorgeholt, mir Fragen gestellt, um einen künstlerischen Umgang mit dem „Jetzt“ zu finden. Das Blatt „Bin ich die Närrin“ aus der Serie „Königin und Närrin“ von 1991 wurde zum Ausgangspunkt. Ich zerschnitt den Druck, isolierte Dreiecksformen, übermalte die ursprüngliche Gestaltung mit weißer Farbe und formte Keile: Keile, die spalten, zerstören, Instabiles zusammenhalten. Als ich diese Formen mit Farbe füllte, verwandelten sie sich. Es erschienen wundersame Blumen. Für mich „Wunderblumen“ als Symbol der Hoffnung.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz