Clivia Bauer

Arnstadt
www.clivia-bauer.de

Malerei, Objekte, Papierarbeiten, Fotografie
Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen

#DIEWUERDEISTUNANTASTBAR I – IV, 2020
Öl auf Leinwand
4-teilig, je 40 × 30 × 4,5 cm

Das Werk entstand während des Lockdowns im März und April. Bis dato hatte ich mich künstlerisch ausschließlich mit der menschlichen Figur beschäftigt. In diesen Wochen fiel mir auf, dass sich die Zahl der Hundebesitzer, die mir beim täglichen Gang ins Atelier begegneten, deutlich erhöht hatte. Ich fragte mich, wie Menschen und Tiere diese Zeit wohl empfinden. Ich suchte und fand im Internet unzählige neu gepostete Fotos und Videos von Haustieren: verkleidet, verwöhnt, vermenschlicht.

Wir Menschen servieren „unseren“ Tieren Premiumfutter, stecken sie in süße Kleidchen und feiern ihre Geburtstage. Wir verwechseln unsere Haustiere mit uns selbst, messen sie nach menschlichem Maß und geben sie wieder ab, wenn sie unsere Erwartungen nicht erfüllen.

Aber haben wir überhaupt eine andere Wahl? Wohl kaum, wie schon der griechische Philosoph Xenophanes um 500 v. Chr. erkannte, als er feststellte „wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie aus wie Pferde“. Wir vermenschlichen von den Göttern bis zur Maus alles, weil wir nur als Menschen denken und verstehen können.

Es geht mir um unser Grundverständnis, das wir gegenüber Tieren hegen. Tiere besitzen eine geschöpfliche Würde, Verdinglichung und Missbrauch berauben sie dieser. Tierliebe sollte sich in der Liebe zur Tierwelt manifestieren und nicht ausschließlich in der Liebe zu „unserem“ Tier. Utopisch? Sicher. Aber Utopien werfen immer ein Licht auf die Gegenwart, in der sie entstehen und machen ein Umdenken erst möglich.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz