OHNE GEWISSHEITI
Öl, Kohle auf Papier, 2-teilig, je 100 × 70 cm, 2017

Seit längerer Zeit gibt es in meinem Werk Arbeiten, deren Gestaltung auf wenigen, beziehungsweise auf zwei konträren Mitteln beruht. Die formale klare Darstellung beider Elemente und ihre kompositorische Verbindung auf dem Weiß des Bildgrundes erzeugen einen spannungsvollen Zustand zwischen beiden Polen. Sie schaffen einen Schwebezustand, der die Synthese beider Aspekte nicht einlösen können wird.

Dieses formale und folglich inhaltliche Prinzip künstlerischen Herangehens empfinde ich als herausfordernden Vorgang, der, wie ich hoffe, auch beim Betrachter Gefühle und Gedanken provozieren kann.

Den Bildraum bilden amorphe, fließende, transparente, auch vom Zufall beeinflusste Farbformationen, die die Atmosphäre einerseits für Gefühle und Gedanken schaffen, andererseits einen Projektionsraum für die Ahnung der Dimensionen realer und imaginärer Welten. Ein Zustand, der sich im offenen Prozess der Veränderung und Suche befindet.

Schwarze Linien, Schraffuren und Strukturformationen – zum Teil von aggressivem Charakter, die natürlichen oder technischen Ursprungs sein könnten, bewegen sich in diesem Bildraum. Scheinbar streng kalkuliert, aber dennoch nicht von entschlüsselbarer Konstruktion, stehen diese Formen für Realität und Fiktion, digitale Vernetzungen, Hightech. Inhaltlich möchte ich in diesen Arbeiten die Ambivalenz gegenwärtiger Entwicklungen, ihrer Möglichkeiten und Gefahren anklingen lassen, das Gefühl eines ungewissen Ausgangs suggerieren.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Impressum