Horst-Werner Schneider

Georgenthal
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Malerei, Grafik, Installation

IN PARADISO
Acryl über Collage auf Papier, auf Holzrahmen, Durchmesser 80 cm, 2006

Meine bildnerische Arbeit wird von vier Konstanten bestimmt: „Farbe, Raum, Licht und Strukturen“. Nach vielen Jahren des farbigen Naturstudiums habe ich ein Collageverfahren entwickelt, das es mir erlaubt, in Bilderserien alle Elemente in Varianten zueinander zu setzen. Farbe als raumschaffendes Element, Farbe in Bindung an Formen und Strukturen und ihre Auflösung. Abstraktes formt sich zu illusionistischen Bildräumen und Konkretes wird zum Ornament. Wenn es einen Dualismus in meinen Arbeiten gibt, dann das Pulsieren von (Farb-)Fläche und Raum. Ich habe die Collage anfangs sehr flächig aufgefasst und später zunächst eine Farbbewegung in die Tiefe und dann sogar illusionistische Perspektiven zugelassen. Das Ergebnis habe ich für mich selbst als impressionistische Abstraktion bezeichnet.

Ein zweiter Aspekt ist ein Widerspruch zwischen dem Reiz der Farben, Oberflächen und Strukturen und dem in irgendeiner Form Dahinterliegendem.

Man kann sagen, dass das Bild eine Einladung an den Betrachter ist, sich dem Bild zu nähern, in es einzutauchen und gleichsam durch Resonanz ein subjektives Gegenbild in sich selbst zu erzeugen. Flächigkeit führt eher zur Distanz, Räumlichkeit (wenn auch nur illusionistisch) erleichtert den Zugang.

IN PARADISO verarbeitet einen Reigen von Sehnsuchtsbildern, wie man sie von den Prospekten der Reisebüros kennt, eine Glücksverheißung, einen Farb- und Bewegungstaumel. Der Betrachter fühlt sich hineingezogen und etwas später doch wieder vor die Frage gestellt, ob dieses paradiesische Versprechen nicht doch, obwohl teuer erkauft, eine Illusion bleibt.

Das Schöne, Vollkommene, Angenehme – lange Zeit Wirkkräfte der Bildenden Kunst – sind rückstandslos von Werbung und Design aufgesogen worden. Schönheit und Wahrheit, einst in Eins gefallen, sind jetzt unglücklich getrennt. So können schöne Bilder eigentlich nur mit Subversivität und Ironie hergestellt und betrachtet werden.

In diesem Fall ist es weder Polarität noch Synthese, sondern ein diffuser Schwebezustand, ein Zustand zwischen Traum und Erwachen. Er ist für mich selbst und meine Arbeit angemessen.

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Impressum