Cosima Göpfert

Weimar
www.cosimagoepfert.de

Objekt, Installation, Intervention
Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen

Der Messi-Beutel
2014 | Textil, Leinwand | 70 × 50 cm

Wertzuwachs durch Wertversatz
2014 | 250,- in kleinen Scheinen auf Leinwand | 70 × 50 cm | Startpreis 500,- Euro

Es wäre vermessen zu behaupten, dass Kunstkäufer ausschließlich auf kalkulierbare Preisentwicklungen schauen und kaum ihrem Kunstgeschmack und Bauchgefühl vertrauen. Dennoch ist dieses Phänomen auszumachen. Welche Funktion bleibt den Künstlern, deren künstlerischer Ansatz zu einer kapitalsteigernden Zuarbeit verkommt?

Einige Monate nach der Fußball-WM 2014 möchte ich einen beliebten Fan-Artikel aus Kickerkreisen – ein Lionel-Messi-T-Shirt – der Kunstwelt näher bringen. Ich hatte den Mut, ein solches zu erwerben und zu einem Einkaufsbeutel umzunähen. Im Messi-Beutel lassen sich nicht nur viele Kunstwerke vieler vielversprechender Künstler nach Hause tragen. Er gibt zuletzt einer Leinwand im Format 70 x 50 exakt den Raum, den sie beansprucht.

Mein Honorar in 5,-Euro-Scheinen lose auf der Leinwand befestigt, lädt ganz offen zum Kunstraub ein. Das Abhandenkommen einiger Scheinchen würde nicht nur jeden Beobachter von Preisentwicklungen freuen, sondern steigert den Wert der Arbeit paradoxerweise durch Interaktivität und den Hungertod des Künstlers.

Pressemeldung 11.11.2014

Kunstraub in der Sonderausstellung KAUFMUT: Käufer | Künstler

Die Besucher der artthuer 2014, an welche sich die Sonderausstellung mit dem Titel "Kaufmut: Käufer – Künstler" richtete, wurden in der Ausstellung mit etwas Unerwartetem konfrontiert. Die Künstlerin Cosima Göpfert versuchte mit ihrer Arbeit auszuloten, welche Haltung Thüringer Kunstkonsumenten gegenüber der Kunst und deren Produzenten einnehmen. Geld, so berichtet die Künstlerin, sollte für diese Aktion nicht nur das anvisierte Ziel, sondern auch das Mittel sein.

Die Teilnahme an der Sonderausstellung wurde mit 250 Euro vergütet. Dieses Honorar tapezierte Cosima Göpfert mit signierten 5 Euro Scheinen auf eine Leinwand. Damit und mit ihrem Begleittext „ermunterte“ sie offen zum Kunstraub. Der Wert der Arbeit, so hieß es in der Beschreibung, steige durch diese Interaktion und schließlich durch den Hungertod des Künstlers! Die Scheinchen gingen weg wie warme Semmeln. Die Reaktionen der zahlreichen Besucher über drei Tage hinweg waren aufschlussreich und interessant: von forsch über belustigt bis still und peinlich berührt. Viele vermuteten Falschgeld. Prüften und entschieden sich gegen und manchmal eben doch für den Kunstraub.

Zum Ende der Kunstmesse waren alle Scheine abgeerntet. Die Künstlerin reagierte gelassen: „Respekt! Künftigen Kunsträubern empfehle ich, nicht wieder die eigenen Fingerabdrücke im Fixogum zu hinterlassen.“

(Katy Kasten-Wutzler, Kuratorin)

Die Themenreihe WERT DER KREATIVITÄT ist ein Projekt des Verbandes Bildender Künstler Thüringen unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei  ·  Seitenanfang Impressum Datenschutz